Jürgen Todenhöfer
ist Autor
und Manager
"Glück ist das einzige Gut, das größer
wird, wenn man es teilt. Man kann es
selbst dann schenken, wenn man keines hat."
"Wir sind die Welt"
Ferienfreizeit in den Bergen

Die Kinder sind noch jung, trotzdem haben sie und ihre Familien schon viel erlebt. Die Mädchengruppe stammt aus Afghanistan und dem Irak; ihre Eltern sind vor dem Krieg in ihren Heimatländern nach Europa geflohen. Ihr Leben ist nun zwar sicher, doch auch hier in Deutschland sind ihre Lebensumstände nicht einfach. Einige Familien leben in Sammelunterkünften auf engstem Raum zusammen, und an Ferienreisen ist angesichts der begrenzten finanziellen Möglichkeiten nicht zu denken.
Doch diesen Sommer erwartete die sieben Mädchen eine schöne Abwechslung: Eine Woche Urlaub in den Bergen. Fernab von der Hektik der Großstadt und den Ablenkungen, die Mobiltelefon, Internet und MP3-player mit sich bringen, entdecken die Mädchen im Alter von 8-11 Jahren die wunderschöne Natur Süd-Tirols. Wanderungen, Pony Reiten, Lagerfeuer und vieles mehr sind Teil einer spannenden Ferienfreizeit, die die Stiftung Sternenstaub in enger Zusammenarbeit mit dem Projektladen Haidhausen in diesem Sommer im idyllisch gelegenen Bergdorf Sulden veranstaltet hat.
Dar-ul-Omeid

Das "Haus der Hoffnung" ist das jüngste Projekt der Stiftung
Afghanistan leidet seit über 30 Jahren an Krieg, Tod und Verwüstung. Das Land hat laut Welthungerhilfe zusammen mit Angola, Somalia und dem Tschad mit 25 Prozent die höchste Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren. Über die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren sind "stunted", d. h. für ihr Alter zu klein, ein Anzeichen für dramatische, chronische Unterernährung.
Seit Juli 2010 baut die Stiftung "Sternenstaub" am Südrand Kabuls ein Waisenhaus. Die Einrichtung ist für 30 Kinder geplant und soll im Frühjahr 2012 eröffnet werden. In Dar-ul-Omeid, dem "Haus der Hoffnung", werden Kinder Aufnahme finden, die am 4. September 2009 durch den von einem deutschen Offizier befohlenen Luftschlag auf Kundus zu Waisen wurden.
Schulausbildung für Waisenkinder in Pakistan
Im Oktober 2009 starben bei einem Bombenattentat in der pakistanischen Stadt Peschawar mehr als 100 Menschen. Über 160 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.
Dieser Anschlag in Mina Basar, einem der beliebtesten Geschäftsviertel der Stadt, raubte unter anderem sechs Kindern Mutter und Vater. Ein Mädchen war zum Zeitpunkt des Anschlages nur wenige Monate alt. Es wird seine Eltern nie kennenlernen.
Die Waisenkinder fanden Aufnahme in der Großfamilie der Eltern. Diese kümmerten sich nach dem Anschlag so gut wie möglich um die Kinder. Doch eine hochwertige Schulausbildung kostet viel Geld.
Hier konnte die Stiftung "Sternenstaub" helfen und für fünf der Kinder die Aufnahme in einer Privatschule Peschawars ermöglichen. Das älteste Kind des getöteten Ehepaares, ein Mädchen, ist noch immer traumatisiert und nicht fähig, eine Schule zu besuchen. Sobald sie wieder in der Lage ist, die Schule zu besuchen, wird die Stiftung auch die Kosten ihrer Ausbildung übernehmen.
Prothesen für schwerverlezte Kinder im Irak
In Zusammenarbeit mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hilft Jürgen Todenhöfer schwerverletzten Kindern im Irak. Ärztliche Behandlungen und Prothesen ermöglichen ihnen den Weg zurück ins Leben. Eine Patientin war Marwa. Bei einem amerikanischen Bombenangriff auf Bagdad verlor sie ihr rechtes Bein. Ihre jüngere Schwester Azra wurde getötet. Ihr großer Bruder Ahmed (im Bild neben Marwa) ist inzwischen ebenfalls verstorben. Auf der Flucht vor amerikanischen GIs ertrank er im Euphrat. Auch ihre Mutter und ihr Vater sind tot. Jürgen Todenhöfer besorgte Marwa eine moderne Prothese und unterstützt sie mit Hilfe der Stiftung "Sternenstaub" auch finanziell.
Am 11. November 2007 explodierte in Karars Haus eine Mörser-Bombe. Sein Vater und einer seiner Brüder wurden getötet, eine seiner Schwestern schwer verletzt. Karar wurde am rechten Bein verletzt. Aufgrund starker Blutungen musste es amputiert werden. In seinem linken Oberarm befinden sich noch immer Splitter der Bombe.
Karar saß ein halbes Jahr schwer depressionsgefährded zu Hause. Mit dem Geld von Jürgen Todenhöfer wurde Karar eine Beinprothese angefertigt. Seine traumatischen Erlebnisse wird Karar nicht überwinden. Aber wenigstens kann er jetzt wieder zur Schule gehen.
"Andy und Marwa - Krankenhaus", Kongo (DRC)
In den Jahren 2008 bis 2009 finanzierte Jürgen Todenhöfer für "Heal Africa" in Goma (Kongo) den Bau eines Krankenhauses für HIV infizierte Kinder. Die "Andy und Marwa-Klinik" erinnert mit ihrem Namen an den jungen amerikanischen Marine Andy, der in Bagdad am gleichen Tag ums Leben kam, als das irakische Mädchen Marwa bei einem US-Flugzeugangriff ihr Bein und ihre kleine Schwester verlor.
Finanziert wurde das Projekt mit dem Autorenhonorar Todenhöfers für das Buch "Andy und Marwa - zwei Kinder und der Krieg".
Andy und Marwa Krankenhaus, Goma from JL on Vimeo.
Peiwand-e-Nur
Die "Peiwand-e-Nur-Stiftung" wurde 2004 vom "Verein für Afghanistan Förderung" (VAF) gegründet. In ihrem Mittelpunkt steht ein Waisenhaus für 50 Jungen und 50 Mädchen, das von Dr. Jürgen Todenhöfer mit dem Autorenhonorar seines Buches "Wer weint schon um Abdul und Tanaya?" gebaut wurde.
"Peiwand-e-Nur" bedeutet auf Deutsch "Verbindung zum Licht". Das vom VAF eigenverantwortlich geleitete Heim ist Lebenszentrum der betreuten Kinder. Es besteht aus einem Gemeinschaftshaus mit Aula, Unterrichtsräumen, Küche, Essensraum sowie aus Erholungs- und Sportbereichen.
Die Kinder werden durch afghanische Pädagogen betreut, die ihnen zusätzlich zum staatlichen Schulunterricht besondere Bildungs- und Qualifizierungsangebote bieten - Chancen für ein besseres Leben.













