Jürgen Todenhöfer
ist Autor
und Manager
"Glück ist das einzige Gut, das größer
wird, wenn man es teilt. Man kann es
selbst dann schenken, wenn man keines hat."
3. Mai 2012
Berliner Zeitung
Auf der Suche nach der Bombe
Der Iran ist ganz anders, als das Bild, das westliche Politiker von dem Land verbreiten. Unser Autor würde einige von ihnen am liebsten einmal mit auf seine Reisen durch das Land nehmen.
Wie gerne würde ich einige unserer westlichen Politiker einmal in den Iran mitnehmen. Um ihnen zu zeigen, dass dieses Land so ganz anders ist, als sie es ihren Wählern erzählen.

31.März 2012
Bildpost
Todenhöfer: Der Westen will keine Demokratie in Syrien
Der Nahost-Experte und ehemalige Bundestagsabgeordnete der CDU Jürgen Todenhöfer hat die einseitige Berichterstattung vieler Medien über den Konflikt in Syrien scharf kritisiert. Den....
20.3.2012
TAZ
Der syrische Knoten
Wenn ich mich - wie die meisten Menschen - über Syrien ausschließlich mithilfe von Youtube-Filmen informieren müsste, würde auch ich sagen:...........
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Der syrische Knoten
Mit freundlicher Unterstützung von Al Jazeera und Al Arabiya hat die arabische Revolution ganz Syrien erfasst. Die Syrer haben ihr Recht auf politische Mitbestimmung entdeckt. Sie werden es nicht wieder aufgeben. Der Siegeszug der Demokratie ist unaufhaltbar. Auch in Syrien. Und das ist gut so.
5.01.2012
SZ Magazin
Völker in Aufruhr
Die verweigerte Freiheit
Achtzig Jahre benötigte die Französische Revolution, um nach ihrem explosionsartigen Ausbruch 1789 und zahllosen blutigen Rückschlägen Frankreich eines Tages doch noch zu einer Demokratie zu formen. Fast 130 Jahre dauerte es in Deutschland. 222 Jahre brauchte die Französische Revolution, bis sie die arabische Welt erreichte....Weiterlesen........
sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/36803
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26.11.2011
Berliner Zeitung
Reise in ein verbotenes Land
Damaskus - "Ich ein Staatsfeind"?, frage ich verdutzt den Grenzbeamten, der mir abends am Flughafen Damaskus die Einreise verweigert. "Gegen Sie liegt ein Einreiseverbot des Geheimdienstes vor!", antwortet er knapp. "Folgen Sie mir!"
Zum Artikel........
10. September 2011
FAZ
Terror im Namen der Tugend
Die tabuisierte Wahrheit lautet: Usama Bin Ladin war ein Unglück für die Welt, George W. Bush auch. Er träumte davon seinen Namen in den Geschichtsbüchern zu lesen. ?9/11? ließ er sich nicht entgehen. Wir sollten der Opfer beider gedenken.
Weiterlesen: www.faz.net/artikel/C32822/f-a-z-gastbeitrag-terror-im-namen-der-tugend-30683721.html
Fast himmlischer Klang
Deutschlands guter Ruf ist in Libyen ungebrochen, obwohl seine Flugzeuge den Rebellen im Kampf gegen den Tyrannen Gaddafi nicht geholfenhaben.
Zehntausende Libyer haben sich bei Sonnenaufgang auf dem Märtyrerplatz versammelt, um betend das Ende des Ramadan und den Sieg über Gaddafi zu feiern. Orkanartig braust der Ruf "Allahu Akbar" (Gott ist groß) über den Platz. Wie auf Kommando recken die Gläubigen ihre Hände zum Siegeszeichen gen Himmel. Minutenlang verharren sie in dieser Siegerpose. Die Libyer wissen, dass sie den Erfolg der Revolution in erster Linie sich selbst verdanken. Ohne die Militärschläge der Nato hätte zwar alles länger, vielleicht Jahre gedauert. Alles wäre blutiger geworden. Aber den Osten des Landes um Bengasi hatten die Rebellen schon lange vor der Nato- Intervention erobert. Auch der Blitzsieg in Tripolis war ihr Werk. Monatelang hatten sich Widerstandszellen der Stadt auf diesen Tag vorbereitet, hatten den klammen Gaddafi-SoldatenWaffen abgekauft und sich über Satellitentelefone mit den umliegenden Städten abgestimmt. Am 19. August hatten sie beim Freitagsgebet festgelegt, zu welcher Uhrzeit die Straßen mit Schränken, Türen und Betten verbarrikadiert werden sollten. Am Abend des 20. August schlugen sie los. 100000 Rebellen überrannten die Gaddafi-Soldaten von innen und außen. Ein Geniestreich! Ich habe die Rebellen gefragt, wie hoch sie ihren Beitrag und den der Nato zum Sieg über Gaddafi einschätzten. 80:20 war die häufigste Antwort. Nur ein Libyer sah das Verhältnis bei 50:50. Es war der persönliche Berater Gaddafis, Baschir Saleh, mit dem ich im westlibyschen Zintan eine Nacht verbrachte. Er hatte bis Anfang August im Auftrag Gaddafis mit Präsident Sarkozy und fünf afrikanischen Staatschefs über eine Friedenslösung verhandelt - und sie fast erreicht. Mit erstaunlichen Zugeständnissen an Gaddafi.

Als ich den Rebellen erzählte, dass westliche Politiker den Erfolg über Gaddafi weitgehend als Verdienst der Nato betrachteten, sahen sie mich ungläubig an. Sie seien der Nato sehr dankbar. Aber manche vergäßen, dass 30000 Rebellen für diesen Sieg gestorben seien, während kein einziger Nato-Soldat einen Kratzer abbekommen habe. Außerdem sei nicht vergessen, dass der Westen Gaddafi bis vor kurzem noch die Hände geküsst habe. Auch deshalb wolle man in Libyen keine ausländischen Bodentruppen. Ich wollte wissen, wie die Libyer die Nichtbeteiligung Deutschlands an den Nato-Bombardements beurteilten. Stets lautete die Antwort: "Ihr habt als eines der ersten Länder die Rebellenregierung anerkannt, euch gegen Gaddafi gestellt, uns humanitär unterstützt, ihr wart doch an unserer Seite." Die Beliebtheit Deutschlands ist ungebrochen. Man muss keine Bomben werfen, um Freunde zu haben. Der Kurzbesuch Westerwelles hat hier viel bewirkt. Ich sage dies als ausgewiesener Kritiker des Außenministers. Wildfremde Libyer hatten sich amAbend in Bengasi auf mich gestürzt und gerufen: "Danke, Deutschland!" Westerwelle war im richtigen Augenblick in Libyen und hatte die passenden Worte gefunden.
Unter humanitären Gesichtspunkten war die Frage der Militärintervention ein Grenzfall - auch für mich. Wenn Panzer auf eine Stadt zurollen und ein Tyrann wilde Drohungen ausstößt, ist es nicht leicht, auf diplomatischen Lösungen, wie einem persönlichen Eingreifen des UN-Generalsekretärs, zu bestehen. Aber müssen Völker ihre Revolutionen nicht selbst durchführen? Hätte der Westen - wenn die Intervention in Libyen richtig war - nicht auch in Bahrain und Syrien intervenieren müssen? Hat Sarkozy, der Freund der Diktatoren Mubarak und Ben Ali, aus humanitären Gründen gehandelt oder wegen eines üppigen Öldeals und wegen seiner schlechten Umfrageergebnisse? Und wollten Großbritannien und die USA mit Gaddafi nicht auch einen gefährlichen Komplizen loswerden, dem sie Terrorverdächtige zum Foltern gesandt hatten und den sie durch systematischen Verrat von Regimegegnern unterstützt hatten? Angesichts der Kumpanei mit Gaddafi fällt es schwer, an edle Interventionsmotive zu glauben. Wahrscheinlich ist die Beliebtheit Frankreichs und Großbritanniens in Libyen zurzeit trotzdem höher als die anderer Staaten. Aber wenn die Libyer demnächst wieder Kühlschränke und Autos kaufen können, werden sie ganz einfach die besten Produkte wählen. Da ist Deutschland vorzüglich aufgestellt. "Made in Germany" hat in Libyen einen fast himmlischen Klang. Wir sollten das libysche Volk weiter tatkräftig unterstützen. Es sind liebenswerte Menschen. So ganz anders als der Tyrann Gaddafi, der ihnen 42 Jahre lang das Gesicht gestohlen hatte.

