Jürgen Todenhöfer
ist Autor
und Manager
"Glück ist das einzige Gut, das größer
wird, wenn man es teilt. Man kann es
selbst dann schenken, wenn man keines hat."
News
Montag 23.01.2012
Die Welt
Autor Jürgen Todenhöfer reist immer wieder nach Syrien. Auch mit Machthaber Assad hat er sich getroffen. Todenhöfer plädiert für eine neutrale Sicht auf den Konflikt.
Montag 23.01.2012
Deutsche Welle
Talk mit dem Nah-Ost Experten Jürgen Todenhöfer -Typisch Deutsch
Als CDU-Politiker galt Jürgen Todenhöfer als konservativer Hardliner. Er bereiste regelmäßig gefährliche Krisenregionen und setzte sich für eine massive Abrüstung ein. Todenhöfer ist Gegner der amerikanischen Kriege im Irak und in Afghanistan.
http://www.youtube.com/watch?v=5JWRHn-FM_E
Montag 23.01.2010
Berliner Morgenpost
Todenhöfer zu Syrien - "Assad ist durch die Krise stärker geworden"
Als Tourist reist Jürgen Todenhöfer regelmäßig nach Syrien. Bei seiner letzten Reise hat ihn Präsident Assad zum Gespräch eingeladen. Mit Morgenpost Online spricht Todenhöfer über den mächtigsten Mann im Land, die Pflichten des Westens und ein Volk, das Demokratie fordert.
Sonntag 22.01.2012
Tagesspiegel
"Wir inspizierten gerade ein glimmendes Wrack ..."
...dann kam die Rakete. Jürgen Todenhöfer wurde in Libyen beschossen, in Syrien begegnete er Assad. Seitdem glaubt er den westlichen Medien nicht mehr.
Montag 16.01.2012
Teleschau - Der Mediendienst
Als Augenzeuge im Arabischen Frühling
Es sind Aufnahmen, die wirklich beklemmend wirken und auch aus der sicheren Distanz schockieren: Eben noch sieht man....
Weiterlesen
de.tv.yahoo.com/news/augenzeuge-arabischen-frühling-100531061.html
Donnerstag 5.01.2012
SZ Magazin
Völker in Aufruhr
Die verweigerte Freiheit
Achtzig Jahre benötigte die Französische Revolution, um nach ihrem explosionsartigen Ausbruch 1789 und zahllosen blutigen Rückschlägen Frankreich eines Tages doch noch zu einer Demokratie zu formen. Fast 130 Jahre dauerte es in Deutschland. 222 Jahre brauchte die Französische Revolution, bis sie die arabische Welt erreichte....
12.12.2011
FAZ
Der syrische Knoten
Mit freundlicher Unterstützung von Al Jazeera und Al Arabiya hat die arabische Revolution ganz Syrien erfasst. Die Syrer haben ihr Recht auf politische Mitbestimmung entdeckt. Sie werden es nicht wieder aufgeben. Der Siegeszug der Demokratie ist unaufhaltbar. Auch in Syrien..........
Sonntag 27.11.2011
ARD-Weltspiegel
Reise durch ein zerrissenes Land
Rückschau:Ich hätte es mir denken können. Am Flughafen von Damaskus werde ich festgenommen. Der Geheimdienst hatte mir die Einreise verboten. Wegen eines regimekritischen Artikels. Erst nach stundenlangen Verhandlungen darf ich einreisen. Es geht Richtung Homs, der blutigen Hochburg des Aufstandes. Das syrische Außenministerium hatte uns schroff davor gewarnt. Homs sei der gefährlichste Ort Syriens. In der Stadt angekommen, sehen wir zu unserer Überraschung kaum Soldaten, keine Straßensperren, keine Kontrollen. Dafür viele Schießstände. Sie zeigen, dass hier immer wieder Kämpfe stattfinden. Vor allem nachts und nach dem Freitagsgebet. Wir können uns frei bewegen.
Weiterlesen.......
Samstag 26.11.2011
Berliner Zeitung
Reise in ein verbotenes Land
Damaskus - "Ich ein Staatsfeind"?, frage ich verdutzt den Grenzbeamten, der mir abends am Flughafen Damaskus die Einreise verweigert. "Gegen Sie liegt ein Einreiseverbot des Geheimdienstes vor!", antwortet er knapp. "Folgen Sie mir!"
Zum Artikel........
Sonntag 9. Oktober 2011
Deutschland Radio- Zwischentöne
Im Gespräch mit Michael Langer
30.9.2011
Badische Zeitung
" Ich bin kein besonders moralischer Mensch"
Prominenter Kritiker der Kriege im Irak und in Afghanistan: Jürgen Todenhöfer eröffnet die Sachbuch-Reihe ConText in Offenburg.
11. 9. 2011
ARD- Günther Jauch
"Zehn Jahre 11. September - War es richtig, in den Krieg zu ziehen?"
Zur Sendung:tinyurl.com/69owvqb
Samstag 10. September 2011
FAZ
Terror im Namen der Tugend
Die tabuisierte Wahrheit lautet: Usama Bin Ladin war ein Unglück für die Welt, George W. Bush auch. Er träumte davon seinen Namen in den Geschichtsbüchern zu lesen. "9/11" ließ er sich nicht entgehen. Wir sollten der Opfer beider gedenken.
Weiterlesen: www.faz.net/artikel/C32822/f-a-z-gastbeitrag-terror-im-namen-der-tugend-30683721.html
Mittwoch 7. September 2011
Markus Lanz
Den zehnten Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center in den USA nimmt Todenhöfer nun zum Anlass und veröffentlicht: "Feindbild Islam -Zehn Thesen gegen den Hass". Bei "Markus Lanz" sagt Todenhöfer, warum seiner Meinung nach der Westen gewalttätiger ist, als die muslimische Welt, warum Terrorismus kein typisch muslimisches, sondern ein weltweites Problem ist und verrät, was er von Thilo Sarrazins Thesen hält.
Hier geht´s zur Sendung: tinyurl.com/3e84wlp
Mittwoch 7. September 2011
Kölner Stadtanzeiger
"Fast himmlischer Klang"

Deutschlands guter Ruf ist in Libyen ungebrochen, obwohl seine Flugzeue den Rebellen im Kampf gegen den Tyrannen Gaddafi nicht geholfen haben Zehntausende Libyer haben sich bei Sonnenaufgang auf dem Märtyrerplatz versammelt, um betend das Ende des Ramadan und den Sieg über Gaddafi zu feiern. Orkanartig braust der Ruf "Allahu Akbar" (Gott ist groß) über den Platz. Wie auf Kommando recken die Gläubigen ihre Hände zum Siegeszeichen gen Himmel. Minutenlang verharren sie in dieser Siegerpose. Die Libyer wissen, dass sie den Erfolg der Revolution in erster Linie sich selbst verdanken. Ohne die Militärschläge der Nato hätte zwar alles länger, vielleicht Jahre gedauert. Alles wäre blutiger geworden. Aber den Osten des Landes um Bengasi hatten die Rebellen schon lange vor der Nato- Intervention erobert. Auch der Blitzsieg in Tripolis.....
Donnerstag 1.September 2011
"Feindbild Islam - Thesen gegen den Hass"
In "Feindbild Islam - Thesen gegen den Hass", das am 1. September als E-Book erscheint, bezieht Jürgen Todenhöfer Stellung zum "muslimischen Terrorismus" und zum "Anti-Islamismus" unserer Tage. Sein Fazit: Auch diesen Terrorismus werden wir nur überwinden, wenn wir seine tieferen Ursachen beseitigen.Und die liegen vor allem in der menschenverachtenden Art, mit der der Westen seit langem mit dem Islam umgeht. Erst wenn wir die muslimische Welt genauso fair behandeln, wie wir selbst behandelt werden wollen, werden wir die Gewalt terroristischer Minderheiten überwinden.
10 Jahre 9/11. Jürgen Todenhöfer zieht die Bilanz von 50 Jahren Reisen in die muslimische Welt und 10 Jahren falscher westlicher Reaktionen auf die Herausforderungen 9/11.
Erhältlich bei Amazon:

Samstag 23.7.2011
NDR Info - der Talk
Viele Jahre engagierte sich Jürgen Todenhöfer als CDU-Abgeordneter in der Politik. Aber mit seinem Einsatz in Krisenregionen könne er viel mehr verändern, sagt der 70-Jährige.
http://dertalk.radio.de/
Sonntag 10. Juli 2011
Anne Will - ARD
Deutsche Panzer für Saudi-Arabien - Geschäft ohne Moral ?
Gerade erst bejubelte die Bundesregierung die friedliche arabische Demokratiebewegung - nun soll der Bundessicherheitsrat genehmigt haben, dass 200 deutsche Panzer nach Saudi-Arabien geliefert werden dürfen. Kirchen und Oppositionsparteien protestieren und fürchten: Diese Panzer könnten dort gegen friedliche Regimegegner eingesetzt werden.
Zudem sehen sie einen Verstoß gegen deutsche Rüstungsexportrichtlinien. Die empfehlen, dass die Bundesrepublik keine Kriegswaffen an Länder liefert, in denen die Menschenrechte schwerwiegend verletzt werden. Die Verantwortlichen aus der Regierung wollen die Entscheidung nicht kommentieren und verweisen auf ihre Geheimhaltungspflicht.
Darf Deutschland Panzer an Saudi-Arabien liefern? Sind Waffenexporte wie diese sowohl wirtschaftlich als auch sicherheitspolitisch sinnvoll für Deutschland?
Bengasi - Libyen

Jürgen Todenhöfer vor einem italienischen Palmaria Panzer der libyschen Armee. Zerstört von der französischen Luftwaffe am 19. März 2011.

IPPNW

6 Fragen an ....Jürgen Todenhöfer
Herr Todenhöfer, Sie waren 18 Jahre lang Bundestagsabgeordneter
und Sprecher der CDU/CSU für Entwicklungspolitik und Rüstungskontrolle. Warum lehnen Sie im Gegensatz zu Ihren ehemaligen Parteikollegen den Krieg in Afghanistan ab?
Weil der NATO ihr angeblicher Kriegsgrund schon lange abhanden gekommen ist. Nicht erst seit dem Tod Bin Ladens. Al Qaida operiert seit Jahren nicht mehr aus Afghanistan heraus. Das hat General Petraeus schon im Mai 2009 bestätigt. Al Qaida hat sich weiter dezentralisiert. Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum ihre Führung - wer immer das ist - nach Afghanistan zurückkehren sollte. Und selbst, wenn einige Al-Qaida-Führer dies wollten, ließe sich dieser Punkt durch Verhandlungen mit den afghanischen Taliban regeln.
Sie haben junge irakische Widerstandskämpfer für Ihr
Buch "Warum tötest Du Zaid?" befragt. Ist Terrorismus
hauptsächlich ein muslimisches Phänomen?
Nein, nach einem Bericht der Europäischen Union ist die deutliche
Mehrheit der terroristischen Vereinigungen der Welt nicht
muslimisch. 17 der dort genannten 29 Terrororganisationen sind
hinduistisch, marxistisch, anti-imperialistisch, anti-kapitalistisch
usw. Darüber hinaus gibt es auch grauenvolle christliche
Terrororganisationen wie die "Lord´s Resistance Army", deren
Anführer einen Gottesstaat auf der Basis der Zehn Gebote
gründen will. Die Menschen, die ich im Irak besucht habe, waren
übrigens keine Terroristen, sondern echte Widerstandskämpfer.
Müssen George Bush und Tony Blair vor den Internationalen
Strafgerichtshof?
Der Internationale Strafgerichtshof ist grundsätzlich eine gute
Sache. Aber er kann seine volle Wirkung nur entfalten, wenn
es keine Ausnahmeregeln für westliche Regierungschefs gibt.
Nur wenn das Völkerstrafrecht für alle gilt - egal wie mächtig
sie sind - ist der Internationale Strafgerichtshof tatsächlich ein
Instrument der Gerechtigkeit. Gerichte, die mit zweierlei Maß
messen, sind keine Gerichte, sondern Herrschaftsinstrumente.

Sie reisen Ihr Leben lang in Kriegsgebiete. In Libyen wurden
Sie beschossen. Ihr Fahrer Abdul Latif kam ums Leben.
Warum begeben Sie sich immer wieder in Lebensgefahr?
Abdul Latif war nicht mein Fahrer, sondern unser Freund und
Gastgeber. Wir haben die Lebensgefahr nicht gesucht, sie war
plötzlich da. Wie in allen Kriegen. Wenn man Kriege vor Ort beobachten
und verstehen will, kann man sich dem nicht völlig
entziehen. Man muss es letztlich akzeptieren. Damit Kriegführen
nicht zu leicht wird.
Ist der NATO-Einsatz in Libyen Ihrer Meinung nach die
richtige Antwort auf die Gewalt Gaddafis?
Nein, es gibt kaum ein politisches Problem, das sich durch
Luftschläge gerecht lösen lässt. Die strategische Fantasielosigkeit
der NATO macht sprachlos. Es kann nicht sein, dass dem
mächtigsten Militärbündnis aller Zeiten bei Konflikten, die seine
Interessen gefährden, nichts Besseres einfällt, als Gegner mit
Bomben zu bewerfen. Die vornehmste Aufgabe der NATO ist
Kriegsverhinderung, nicht Krieg. Im Washingtoner NATO-Vertrag
vom 04. April 1949 kommt das Wort "Krieg" nicht ein einziges
Mal vor, das Wort "Friede" sechs Mal.
Sie haben kritisiert, dass der Westen im Irankonflikt ausschließlich
auf die Strategie immer härterer Sanktionen
gebe. Was wäre aus Ihrer Sicht die Alternative?
Auch in der Auseinandersetzung mit dem Iran sind Verhandlungen
der beste Weg zur Lösung der Konflikte mit dem Westen.
Das gilt vor allem für das Verhältnis USA - Iran. Leider gibt es
seit Jahren über die vielfältigen Streitpunkte dieser beiden Länder
keine bilateralen Verhandlungen. Die USA verweigern jeden
Dialog auf oberster Ebene. Das ist nicht klug, selbst wenn man -
wie auch ich - der iranischen Regierung sehr kritisch gegenübersteht.
Man muss gerade mit Gegnern und Feinden verhandeln.
Das Nuklearproblem übrigens lässt sich nur lösen, wenn alle
Staaten, auch die Großmächte, ausnahmslos auf alle Nuklearwaffen
verzichten.
Das Interview führte Angelika Wilmen
Freitag 17. Juni 2011
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die letzten Tage des Muammar al Gaddafi
Nie werde ich die tödlichen Sekunden vor Brega vergessen: Vor drei Monaten wurde mein libyscher Freund Abdul Latif getötet. Eine Reise zu seiner Familie und in ein optimistisches Libyen, das den Sturz des Diktators erwartet.
Donnerstag 9. Juni 2011
Die Zeit
Kirschen aus Daraa

Expedition in ein abgeriegeltes Land: Syrien wirkt friedlicher, als man denkt. Aber Präsident Assad läuft die Zeit davon.
Arabische Unruhen: Die Kirschen aus Daraa | Politik | ZEIT ONLINE
Donnerstag 12. Mai 2011
3sat
Jürgen Todenhöfer bei der Sendereihe "CLUB"
Nach Osama bin Ladens Tod hält die Weltöffentlichkeit den Atem an, denn es ist nicht klar, wie die islamischen Völker reagieren werden. Es wird sich zeigen, ob die Feindbilder des radikalen Islam und des ungläubigen Westens ausgedient haben. Werden islamistische Terrorgruppen auf Rache sinnen? Und welches sind die Folgen von Osama bin Ladens Tod für die Revolution in der arabischen Welt? Werden sich Freiheit und Demokratie durchsetzen können?
8. Mai 2011
FAZ
Komm Basira, lass uns spielen !
Wofür kämpft die Nato in Afghanistan?
Ist dieser Krieg gerecht und klug?
Von Jürgen Todenhöfer
Als im Herbst 2009 Nato-Kampfjets bei Kunduz zwei Tanklastzüge bombardierten, starben nach Angaben der Dorfältesten 137 Afghanen. Darunter 48 Kinder im Alter von drei bis vierzehn Jahren. 277 Mädchen und Jungen wurden zu Waisen. Ein Zwillingspärchen wurde wenige Tage nach dem Tod seines Vaters geboren. Ihre Mutter nannte sie Gul Agha und Sara. Gul heißt Blume, Sara heißt Prinzessin.
An Weihnachten reiste mein engster Mitarbeiter nach Aliabad, einem Dorf bei Kunduz, um mit den Überlebenden zu sprechen. Ich baue für einige von ihnen gerade ein Waisenhaus - mein zweites in Afghanistan. Er traf gebrochene Menschen. Sie haben den "gerechten Krieg" der Nato bis heute nicht überwunden. Drei ihrer Schilderungen gebe ich hier gekürzt wieder. Die Originalinterviews und weitere Bilder sind auf meiner Facebook-Seite "teile dein glück" zu lesen.

Die achtjährige Basira erzählte:
"Ich heiße Basira, mein Vater hieß Alefuddin. Bei dem Anschlag kamen mein Vater, zwei Onkel und ein Bruder ums Leben. Wir sind jetzt noch drei Schwestern und vier Brüder. Ich gehe in die 3. Klasse, wir haben gerade Winterferien.
An meinen Vater erinnere ich mich gerne, obwohl ich weiß, dass er für immer fort ist. Ab und zu besuche ich sein Grab. Er war ein guter Mensch. Er war Bauer und hat auf den Feldern gearbeitet. Ich habe ihm immer das Mittagessen aufs Feld gebracht. Er hat gerne Kartoffeln gegessen. Für meine Arbeit hat er sich stets bedankt und mich gelobt.
Wenn er nachmittags nach Hause kam, hat er mit mir und meinen Geschwistern gespielt. Oder er hat sich einfach mit uns unterhalten. Manchmal träume ich von meinem Vater. Dann sagt er zu mir: "Komm Basira, lass uns spielen!"

Der vierzehnjährige Ibrahim erzählte:
"Mein Vater hieß Gul Din. Wir sind vier Brüder und zwei Schwestern. Am Abend saßen wir gemütlich zusammen. Plötzlich bemerkte mein Vater, dass Menschen durchs Dorf eilten. Er hörte, dass es Freibenzin gab, also ist er mitgegangen. Dann kamen die Bomber.
Gegen 2.00 Uhr nachts habe ich vom Tod meines Vaters erfahren. Ich bin sofort zum Anschlagsort gerannt. Aber ich habe seinen Leichnam nicht gesehen. Diejenigen, die ihn gefunden haben, konnten ihn nur anhand eines gebrochenen Schneidezahns identifizieren.
Als Ältester muss ich jetzt die Familie führen. Unser Auskommen versuche ich mit einem kleinen Laden zu sichern. Von 8.00 bis 12.30 Uhr gehe ich zur Schule. Dann übernehme ich den Laden von meinen Geschwistern. Sie gehen nachmittags zur Schule.
Manchmal besuche ich das Grab meines Vaters. Es ist mit weißen Flusssteinen bedeckt. Ich weiß, dass niemand ewig leben wird, aber uns wurde großes Unrecht zugefügt. Einmal habe ich von meinem Vater geträumt, wie er über unser Feld ging. Ich habe ihm im Traum zugerufen: "Vater, Du bist doch tot, was machst Du hier?"Aber er hat nicht geantwortet.
Wenn ich an meinen Vater denke, habe ich das Gefühl, dass ich zu seinen Lebzeiten alles hatte. Ich bin gerne mit ihm spazieren gegangen. Seit er tot ist, gehe ich kaum noch raus. Ich habe keine Lust dazu.
Den Verantwortlichen des Bombardements möchte ich sagen: Die Menschen, die ihr getötet habt, waren Schüler, Bauern, Traktorfahrer, einfache, gute Leute, keine Taliban. Mit welchem Recht habt ihr den Piloten befohlen, Bomben abzuwerfen?
Meine Mutter ist nur noch traurig. Sie macht sich große Sorgen um uns Kinder. Sie achtet besonders darauf, dass wir gut erzogen werden, und dass wir uns draußen nicht schlecht benehmen. Dass wir uns für eine gute Zukunft anstrengen.
Nach Abschluss der Schule will ich Ingenieur werden. Ich möchte Dinge bauen, die die Menschen wirklich brauchen. Und ich werde es schaffen."

Der dreißigjährige Bauer Abdul Hanan aus Aliabad erzählte:
"In der Nacht des Anschlags schliefen mein Neffe Aref Jan sowie meine Söhne Abdul Bayan und Sanaullah auf dem Flachdach unseres Lehmhauses. Sie waren 13 und 14 Jahre alt. Gegen Mitternacht lief ein Nachbar am Haus vorbei und rief "Freibenzin". Ich habe tief geschlafen und ihn nicht gehört.
Meine Frau wollte mich nicht wecken, weil ich immer früh raus muss. Also hat sie leise die Kinder wachgerüttelt und ihnen gesagt, sie sollten wie die anderen Freibenzin holen. Die Tanklastwagen waren ganz nahe bei uns im Fluss stecken geblieben.
Die Jungs sind mit ihren Behältern losgerannt. Am Fluss standen viele Menschen, alle mit Kanistern in der Hand. Meine Kinder mussten sich hinten anstellen, weil sie so klein waren. Dann wurden die Bomben abgeworfen.
Morgens um 5.00 Uhr bin ich zum Fluss gegangen und habe die Kinder geholt. Nur ihre Rümpfe waren übriggeblieben. Die Gliedmaßen fehlten. Ich habe sie in einem Sammelgrab im Dorf beerdigt. Mein Schmerz ist unerträglich. Auch heute noch.
Die Deutschen haben mir 5.000 US Dollar gegeben. Wenn sie wollen, können sie das Geld wieder zurück haben. Ich will Gerechtigkeit für meine Kinder. Sie waren Schüler. Nach der Schule haben sie mir auf dem Feld geholfen. Ich war so stolz auf sie.
Wenn Taliban bei uns auftauchen, kommen sie einzeln oder in kleinen Gruppen. Sie stellen etwas an und gehen wieder. Tausend Taliban versammeln sich nie an einem Ort. Das weiß doch jeder. Die Taliban, die die Tanklaster entführt hatten, waren bei dem Luftangriff längst über alle Berge. Sie wussten, dass sie die Lastzüge nicht mehr freibekommen würden.
Der Schöpfer hatte jenen Tag als Todestag meiner Söhne bestimmt. Mit dem Bombardement war ihre Zeit abgelaufen. Der Tod sucht einen Vorwand, wenn seine Stunde gekommen ist. Aber weder der deutsche Verteidigungsminister noch sein Kommandant hatten das Recht, wegen zwei Tanklastwagen Hunderte von Menschen bombardieren zu lassen. Die Piloten hatten doch berichtet, dass dort Kinder und Menschen mit Kanistern standen. So etwas ist ganz normal in Afghanistan. Wo es etwas umsonst gibt, sind alle da.
Die Menschen hier sind arm. Sie brauchen Hilfe, keine Bomben. Wart Ihr Deutschen nicht zum Wiederaufbau nach Afghanistan gekommen?"

Unsere Berliner Politiker behaupten, die 48 Kinder verbrannten Kinder von Aliabad seien - wie alle getöteten afghanischen Zivilisten - ungewollte "Unfälle", Kollateralschäden. Einer warf mir vor, durch das Zeigen der Bilder unterstellte ich ihm, er habe den Tod Unschuldiger gewollt.
Nein, unsere Politiker haben die Tötung afghanischer Kinder, Mütter und Väter nicht "gewollt". Aber sie haben sie bewusst in Kauf genommen. Im deutschen Recht nennt man das bedingten Vorsatz, dolus eventualis. Es ist der Vorsatz der Gleichgültigen.
Krieg tötet immer auch Kinder. Wer Ja zum Krieg sagt, sagt stets auch Ja zur Tötung von Kindern. In Afghanistan, im Irak und jetzt auch in Libyen. Man braucht epochale Gründe, um die Tötung von Kindern, von Zivilisten, um Krieg zu rechtfertigen.
Wofür kämpft die Nato in Afghanistan wirklich? Gegen den internationalen Terrorismus? Obwohl General Petraeus schon im Mai 2009 öffentlich eingeräumt hatte, dass Al Qaida gar nicht in mehr von Afghanistan aus operiert?
Terrorismus ist eine Ideologie. Ideologien kann man nicht in Grund und Boden bomben. Man muss sie widerlegen. Durch eine gerechtere Politik - in Palästina, im Irak und auch in Afghanistan. Der Afghanistankrieg verteidigt unsere Sicherheit nicht, er gefährdet sie. Mit jedem Kind, das durch westliche Waffen stirbt, wächst der globale Terrorismus. Der Krieg der Nato ist ein Terrorzuchtprogramm.
Der Kampf gegen die Rädelsführer des Terrorismus muss mit kühlem Kopf geführt werden. Wie dies der amerikanische Präsident in Abbottabad schließlich getan hat, auch wenn es dabei zu Fehlern und Pannen kam. Mit dieser kurzen, gezielten Kommandoaktion haben die USA mehr erreicht als mit ihrem fast zehn Jahre dauernden Flächenkrieg - der tausende Soldaten, über 10.000 afghanische Zivilisten und 500 Milliarden Dollar vernichtete. Der Erfolg von Abbottabad hat den Afghanistankrieg endgültig ad absurdum geführt.
Abbottabad gibt den USA die einmalige historische Chance, den ungerechten und unklugen Afghanistankrieg ohne Gesichtsverlust zügig zu beenden. Sie könnten mit der Führung der Taliban aus einer starken Position verhandeln. Über einen "big deal", in dessen Zentrum ein stufenweiser Abzug der Nato-Truppen stehen müsste - Zug um Zug gegen verifizierbare Garantien der Taliban gegen jede Form des ausländischen Terrorismus in Afghanistan, vor allem in den Grenzregionen zu Pakistan.
Aus Gesprächen mit führenden Taliban weiß ich, dass ein solcher "big deal" nicht unrealistisch ist. Barack Obama könnte damit einen weiteren, noch bedeutsameren Erfolg im Kampf gegen den Terrorismus erzielen - wenn es ihm in Afghanistan wirklich um Terrorismus geht. Vielleicht hatte Winston Churchill ja Recht, als er einst sarkastisch anmerkte: "Am Ende machen die USA immer das Richtige - nachdem sie vorher alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft haben."
Jürgen Todenhöfer ist Autor des
Bestsellers "Teile dein Glück"
Ich bin kein Terrorist. Ich bin ein Kind !
Dienstag 3.5.2011
ARD - Menschen bei Maischberger
Bin Laden tot - Terror besiegt?
Mittwoch, 22.4.20111
ZDF
Jürgen Todenhöfer bei " Volle Kanne "
Gesellschaftliche Themen haben Jürgen Todenhöfer immer umgetrieben. Zu seinem 70. Geburtstag hat Todenhöfer "Teile dein Glück und du veränderst die Welt" geschrieben. Bei Volle Kanne stellt er es vor.
Hier gehts zum Link : tinyurl.com/3b6s3zd

Mittwoch, 23. März 2011
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Feuilleton
Jürgen Todenhöfer in Libyen - Augenzeugenbericht aus dem Kriegsgebiet
Stürzt diesen Tyrannen! Jürgen Todenhöfer reiste sechs Tage lang durch Libyen. Bei einem Raketenangriff in der Nähe der Hafenstadt Brega entkam er nur knapp dem Tod, sein Freund starb in den Flammen. Ein Augenzeugenbericht aus dem Kriegsgebiet.
März 2011
Libyen
Dienstag, 22. März 2011
ARD - Menschen bei Maischberger
Bomben auf Gaddafi? Sandra Maischberger spricht mit Jürgen Todenhöfer
Über das Thema 'Bomben auf Gaddafi, Japan in Not: Welt aus den Fugen?' spricht Sandra Maischberger mit dem Bestsellerautor und Ex-Manager Jürgen Todenhöfer - er überlebte vor wenigen Tagen einen stundenlangen Raketen- und Granatenangriff in der libyschen Wüste.
Dienstag, 22. Februar 2011
Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau
"Freiheit von Diktatur und westlichen Zerrbildern"

Im Interview mit der Frankfurter Rundschau spricht der Sachbuchautor und über seine Erfahrungen in Kairo. Er hatte den Sturz von Hosni Mubarak dort vor Ort erlebt.
Freitag, 11. Februar 2011
Tahrir Platz, Kairo
Cicero
Der Afghanistankrieg ist ein Terrorzuchtprogramm
Hier geht's zum Link: http://www.cicero.de/97.php?item=5809
20.12.2010
Süddeutsche Zeitung
"Gutes tun, aber leise"
Es ist kalt, draußen, auf der Straße, und drinnen ist der Heizkörper überfordert. Jürgen Todenhöfer lässt sich von seiner Sekretärin einen klei-
nen Elektrostrahler ins Büro bringen, er bläst warme Luft in den hohen Raum. Gegenüber dem Münchner Schlachthof hat Jürgen Todenhöfer Räume angemietet, im Parterre eines Altbaus. An die Wand hat er gewaltige Fotos vom Universum gehängt, und er erklärt, wie klein wir sind, die Menschen, im Vergleich zu all den Sonnen und Galaxien da draußen. "Können Sie es sich vorstellen?"
Während es langsam wärmer wird, legt Jürgen Todenhöfer seine Sicht der Welt dar, sagt Sätze wie: "Richtig gute Leistung sollte richtig gut bezahlt werden." Oder: "Was wir besitzen, besitzen wir nur treuhänderisch." Oder: "Ich ha be alle Macken dieser Welt."
Todenhöfer redet viel in diesen Tagen, vor allem in Talkshows, er ist Geschäftsmann und verkauft gerade sich selbst, sein Leben, ganz frisch niedergelegt in einem Buch in Form von Anekdoten und Aphorismen.

20.12.2010
DPA
"Reich ins Grab zu steigen ist Schande"
Offenburg (dpa/lsw) - Der frühere CDU-Politiker und Manager Jürgen Todenhöfer ärgert sich über Gutverdiener, die sich an ihrem Geld festhalten. «Letztlich ist es eine Schande, reich ins Grab zu steigen», sagte der 70-Jährige am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Finanzielles Vermögen bedeute die Verpflichtung zu teilen, sich gesellschaftlich und sozial zu engagieren. «Da gibt es in Deutschland enormen Nachholbedarf.» Todenhöfer sagte weiter: «Was nützt es mir, wenn ich sieben Schnitzel auf dem Teller habe. Essen kann ich immer nur eins. Das muss in die Köpfe der Reichen und Mächtigen rein.» Er selbst habe mehr als 60 Prozent seines Vermögens für soziale Zwecke gespendet: für alte und vereinsamte Menschen sowie für schwer verletzte Kinder. Auf Honorare verzichte er grundsätzlich.
01.12.2010
Financial Times Deutschland
Todenhöfer will die Welt zum Guten wenden
Das Buch von Thilo Sarrazin macht ihn zornig, die Kriege im Irak und in Afghanistan lassen ihm keine Ruhe. Jürgen Todenhöfer mischt sich ein. Mit seinem neuen Buch bietet der frühere Burda-Manager das Gegenstück zu "Deutschland schafft sich ab". von Jürgen Ruf
"Selbstverbesserung ist die wirksamste Form der Weltverbesserung", sagt Jürgen Todenhöfer. Der frühere CDU-Politiker und Manager ist gerade 70 geworden. Doch eine Autobiografie hat er mit seinem neuen, inzwischen vierten Bestseller bewusst nicht geschrieben. "Ein Autobiograf macht sich größer, als er in Wirklichkeit ist", sagt er. In 99 Kapiteln erzählt der im badischen Offenburg geborene Todenhöfer sehr persönlich aus seinem Leben. Doch im Blick hat Todenhöfer nicht sich selbst: "Teile dein Glück - und du veränderst die Welt", lautet der Titel des Buchs. Er will damit vor allem zum Nachdenken anregen.
"Ich will erreichen, dass sich in unserer Welt etwas ändert", sagt Todenhöfer. "In den Köpfen der Menschen." Für Veränderungen arbeitet er schon seit Jahrzehnten, zunächst als CDU-Politiker - 18 Jahre lang saß er im Bundestag -, mehr als 20 Jahre als stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Medienkonzerns Hubert Burda.
Todenhöfer engagiert sich für die weltweite Aussöhnung zwischen den Konfessionen. Er fordert Verhandlungen statt Krieg. Dass ihn seine Kritiker als realitätsfern bezeichnen, ficht ihn nicht an. Im Blick hat Todenhöfer vor allem die Kinder in den Kriegsgebieten. "Ich bin Lobbyist der notleidenden Kinder. Sie haben auf dieser Welt kaum Anwälte", sagt der Vater von drei inzwischen erwachsenen Kindern. "Westliche Verteidigungsminister machen keine Talkshows mit verletzten afghanischen oder irakischen Kindern. Sie schauen sich das Elend, das sie angerichtet haben, nicht an.
"Regelmäßig und auf eigene Faust bereist Todenhöfer Kriegs- und Krisengebiete. Immer ohne militärischen Schutz. Um in für Journalisten gesperrte Gebiete im Irak zu kommen und dort mit Kindern zu sprechen, gab er sich als Mediziner aus. Todenhöfer will aufklären. "Wer sich von Panzern begleiten lässt, wird nie die volle Wahrheit erfahren", sagte er über den sogenannten Embedded Journalism, bei dem sich Journalisten nur im Schutz des Militärs bewegen. Das sei das Dilemma der Kriegsberichterstattung aus Afghanistan und dem Irak.
Die von Thilo Sarrazin ("Deutschland schafft sich ab") angefachte Integrationsdebatte hat Todenhöfer während einer fünfmonatigen Reise von Indien aus verfolgt. "Mich wundert, dass jemand ungestraft absurde genetisch-rassistische Thesen aufstellen, religiöse Minderheiten tief verletzen und Deutschlands hart erarbeiteten Ruf als weltoffenes Land beschädigen darf - und damit auch noch Millionen verdient."
Todenhöfer geht einen anderen Weg. Mehr als 60 Prozent seines Vermögens, so sagt er, hat er für soziale Zwecke gespendet: für alte und vereinsamte Menschen sowie für schwer verletzte Kinder. Auf Honorare verzichte er grundsätzlich. Mit den Einnahmen seines neuen Buches finanziert er ein Waisenhaus für 30 afghanische Kinder, die ihre Eltern durch den Krieg verloren haben.
"Letztlich ist es eine Schande, reich ins Grab zu steigen", sagt Todenhöfer. Finanzielles Vermögen bedeute die Verpflichtung zu teilen, sich gesellschaftlich und sozial zu engagieren. "Da gibt es in Deutschland enormen Nachholbedarf." Außerdem: "Was nützt es mir, wenn ich sieben Schnitzel auf dem Teller habe. Essen kann ich immer nur eins. Das muss in die Köpfe der Reichen und Mächtigen rein."
Beim Schreiben will es Todenhöfer nicht bewenden lassen. Gemeinsam mit Oscar-Preisträger Nigel Noble hat er einen Dokumentarfilm gedreht. Vom Krieg traumatisierte afghanische und irakische Kinder erzählen darin amerikanischen Studenten, wie sie den Krieg erleben. "Es ist ein leiser, aber erschütternder Film", sagt Todenhöfer. Nächstes Jahr, zum zehnten Jahrestag der Terroranschläge in den USA, soll der Film erstmals öffentlich gezeigt werden.






















